2. Fahrradsternfahrt in Augsburg


18.09.10 von Carla in


Bildergalerie von der Fahrradsternfahrt im gesamten Artikel

Das Vehikel mit zwei Rädern stand heute im Mittelpunkt. Fahrradfahren hält fit, ist umweltschonend, günstig und unabhängig. Und nicht nur das – Fahrradfahren macht Spaß! Genau deshalb fanden sich heute mehr als 200 Radfahrer auf dem Rathausplatz zusammen. Das Fachforum Verkehr der Lokalen Agenda 21 veranstaltete die 2. Fahrradsternfahrt in Augsburg. Das Event bot neben der Kundgebung und Musik viel Information rund ums Radfahren.

…den gesamten Beitrag lesen »

Textilindustrie: was unser Konsum zerstört


13.08.10 von Carla in

Augsburg – 17.500 Menschen arbeiteten in der Nachkriegszeit im Augsburger Textilsektor. Es entstanden neben den Textilvierteln und Fabriken auch Unternehmervillen und Arbeitssiedlungen. Doch die Globalisierung und die damit verbundene Konkurrenz führte ab 1957 zu einer andauernden Krise.

Meine Eltern, zwei Textilmustergestalter, arbeiten seit mehr als 30 Jahren für Textilfirmen in der Druckvorstufe und als Kreative. Doch die Produktion und auch die Entwicklung von Stoffmustern hat sich fast ausschließlich ins Ausland verlegt. Die Krise spüren wir. Meine freiberuflichen Eltern waren fast “arbeitslos” und sind teilweise auf den Grafikbereich umgestiegen. Mittlerweile kommen einige Firmen nun doch wieder zurück. Vermutlich ist die Qualität von komplexen Textilmustern aus Fernost nicht immer zufriedenstellend. Jedoch kommt die Arbeit jetzt nicht von deutschen Firmen sondern aus dem Ausland zum Beispiel aus Italien.

Durch die Globalisierung verlieren tausende Menschen in Deutschland ihre Arbeit. Und warum? Unsere westliche Konsumindustrie und unser eigenes Kaufverhalten trägt die Verantwortung dafür. Die extremen Lohnunterschiede in fernen Ländern machen unsere Kleidung so unmoralisch billig. Subventionspolitik, billige Transporte mit Containerschiffen und der Zollabbau unterstützen die Globalisierung prächtig. Es gilt: Wer arbeitet am billigsten? Wer verzichtet auf Sozial- und Umweltstandards? Wer hat die niedrigsten Unternehmenssteuern und wer die höchsten Subventionen?

Der Textildiscounter KiK boomt mit konkurrenzlos niedrigen Preisen. Hauptsache billig! Den hohen Preis zahlen nicht wir, sondern die Näherinnen in den Fabriken in Bangladesch. Unbezahlte Überstunden, fehlende Hygiene und arbeitende Kinder unter 14 Jahren. Gewinn machen nur die Diskounter.

Die erschreckenden Arbeitsbedingungen der Näherinnen dokumentiert die Reportage des ARD “Die KiK-Story”.

Doch auch für diese Arbeit findet sich immer irgendjemand. Die Menschen dort leben von der Herstellung von Kleidung. Angenommen, die Textilindustrie verlagert sich unverhofft wieder ins Inland, was passiert mit den Arbeitern dort? Sie würden Ihren Job verlieren. Die Menschen brauchen diese Arbeit – sie brauchen bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne! Faire Löhne führen nicht unbedingt zu Preissteigerungen in unseren Läden. Gisela Burckhardt von der Initiative “Saubere Kleidung” verdeutlicht dies: “Der Anteil der Lohnkosten an einer teuren Markenjeans beträgt gerade mal ein Prozent”. Die Textilkonzerne müssen umdenken und der Verbraucher hat es in der Hand. Mit dem Kauf von fairer und ökologisch hergestellter Kleidung signalisiert der Kunde was gewollt ist. Verändert sich die Nachfrage in Richtung faire Kleidung können vielleicht auch die großen Textilkonzerne zum umdenken gezwungen werden. Besteht Hoffnung?

“Es fängt bei uns selber an”.
Woher kann ich faire/ökologische Kleidung beziehen!
Zum Beispiel bei:

manomama – Bekleidung und Accessoires – Hergestellt in Augsburg!
hessnatur – Mode aus Naturtextilien
panda – mode, schuhe, kosmetik, wohnen…
glore – globally respolsible fashion, online und offline…